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Feuerwehr Rosdorf distanziert sich von perversen Aufnahmeritualen

 

„Demütigungen nackter und gefesselter Feuerwehr-Anwärter, mit Schuhcreme beschmierte Genitalien und sexuelle Belästigung“. Diese in der Presse veröffentlichten Meldungen zu Aufnahmeritualen in der Feuerwehr Oer-Erkenschwick / Rapen (NRW) schockte nicht nur die Bevölkerung. Auch der Deutsche Feuerwehrverband kritisierte die Vorfälle auf das Schärfste, das Innenministerium schaltete sich ein.

 Von diesen Demütigungen möchte sich auch die Feuerwehr der Gemeinde Rosdorf ausdrücklich distanzieren!

Der Hintergrund: Anwärter bei einem Löschzug im Ortsteil Rapen wurden vor den Augen ihrer Kameraden nackt und gefesselt mit Wasser besprüht oder das Geschlechtsteil mit Schuhcreme eingeschmiert. Eine Anwärterin fühlte sich sexuell belästigt, als sie nur mit einem Bikini bekleidet an einen Baum gefesselt wurde und ihr eine Schamhaarrasur angekündigt wurde. Die 20-Jährige hatte darauf hin Angst bekommen und die beiden mehrfach dazu aufgefordert, dies zu unterlassen. Die beiden fügten sich schließlich. Als sie keine Einsicht und keine Entschuldigung bekam, zeigte sie den Vorfall an und brachte das Verfahren ins Rollen. Weitere Vorfälle wurden bekannt und gingen durch die Medien. Ein Rückschlag für das Ansehen der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland.

Gemeindebrandmeister Martin Willing dazu: „Es spricht grundsätzlich nichts gegen kleine Aufnahmezeremonien (z.B. Nasspritzen oder zur Taufe in den Feuerlöschteich springen), jedoch müssen diese im Rahmen bleiben und dürfen nicht gegen den Willen des Beteiligten durchgeführt werden. Das skandalöse Verhalten in der Freiwilligen Feuerwehr Rapen wird von uns auf das Schärfste verurteilt. Hier sind Menschenrechte verletzt und Personen gedemütigt worden. Dieser eklatante Einzelfall darf nun nicht global auf alle ehrenamtlichen Helfer in den verschiedenen Organisationen zurückfallen. Sollten solche Missbräuche in Rosdorf bekannt werden, wird im Rahmen der Dienstaufsicht mit aller Schärfe disziplinarisch dagegen vorgegangen."

Solche Einzelfälle sollten nicht zur Demotivation von jungen Menschen führen, die in Erwägung gezogen haben, einer Freiwilligen Feuerwehr beizutreten und in bester Tradition und Gemeinsinn sich für unser Gemeinwesen zu engagieren.

Auch Eltern sollten sich nicht Sorgen, ihre Kinder zur Jugendfeuerwehr gehen zu lassen. Gerne können Sie sich ein Bild vor Ort machen - Sie sind herzlich eingeladen.