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Trauriger Fakt: Ortsfeuerwehr Volkerode wird aufgelöst
Volkerode. Seit dem 16. Januar 2009 ist es offiziell: Die Ortsfeuerwehr Volkerode wird demnächst nach einem Ratsbeschluss wegen Personalmangels aufgelöst. So etwas hat es in Südniedersachsen bisher noch nicht gegeben. Lange hatten die Verantwortlichen hinter verschlossenen Türen versucht, eine Lösung zu finden. Gebracht hat es letztlich nichts. Jetzt befürchten einige eine Kettenreaktion. Im vergangenen Jahr hatte es bereits die Jugendfeuerwehr Volkerode getroffen.
Das hat Bürgermeister Harald Grahovac bestätigt. „Nach so vielen Jahren“, sagte Grahovac, „das tut schon weh.“. Die Volkeröder hatten bisher „eine hervorragende Arbeit geleistet“.
Die Mitgliederzahlen liegen aber schon seit geraumer Zeit unter der vorgeschriebenen Mindeststärke von 22 Feuerwehrleuten, wie Gemeindebrandmeister Martin Willing berichtet. Diese Zahl soll laut Mindeststärkeverordnung dauerhaft nicht unter 18 Mitglieder betragen, das hat man in Volkerode aber mittlerweile ausgereizt.
Auch allgemein gehen die Mitgliederzahlen zurück. Der Gemeindebrandmeister hat Mitte Januar schon mehr Abmeldungen erhalten als im gesamten Jahr zuvor. „Da war ich schon geschockt.“. Zudem fehlt die Bereitschaft, an Übungen und Ausbildungen teilzunehmen. Die Anforderungen in diesem Bereich sind enorm gestiegen. In Volkerode kommt noch hinzu, dass die Position des stellvertretenden Ortsbrandmeisters nicht wieder besetzt werden kann. „Es fehlt die Bereitschaft, Führungsaufgaben und Verantwortung zu übernehmen“, so Willing. In den vergangenen Monaten hat man alles daran gesetzt, die Auflösung der Ortsfeuerwehr Volkerode zu verhindern, versichern Grahovac und Willing. Es hat mehrere Krisengespräche in den dazu einberufenen Mitgliederversammlungen gegeben – leider ohne Erfolg.
Eine Kooperation mit der benachbarten Ortsfeuerwehr in Sieboldshausen wurde angedacht, wie dies in der Gemeinde Rosdorf bereits die Ortsfeuerwehren Atzenhausen und Dahlenrode praktizieren – dies gelang jedoch nicht. Dann stand der Entschluss fest: „Wir haben alles versucht, aber es geht nicht mehr“, sagt Willing. "So kann die Volkeröder Ortsfeuerwehr ihre gesetzlich übertragenen Aufgaben nicht mehr erfüllen."
Jetzt befürchtet nicht nur der Gemeindebrandmeister eine Kettenreaktion. „Da reden wir doch schon seit Jahren drüber, und plötzlich sind wir mitten drin“, sagt Willing. Im schlimmsten Fall kann irgendwann der Brandschutz nicht mehr gewährleistet werden. Ein bis zwei aufgelöste Ortsfeuerwehren kann man evtl. noch verkraften, bei drei oder vier sehe ich schwarz“. Auch Grahovac äußert Bedenken. Einen Einzelfall wie Volkerode werde man „gebacken kriegen“. Aber was geschieht, wenn sich die Tendenz weiter fortsetzen sollte? „Da mag ich gar nicht drüber nachdenken. Vielleicht sollte man über eine hauptamtliche Feuerwehr nachdenken.".
Der genaue Termin der Auflösung steht noch nicht fest. Vor dem Ratsbeschluss muss noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörde eingeholt werden. Gemeindebrandmeister Martin Willing wird die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) in Absprache mit seinem Gemeindekommando so abändern, dass der Brandschutz weiter gewährleistet wird. Dadurch wird zwar eine Mehrbelastung der anderen Ortsfeuerwehren erreicht, aber "dies ist momentan noch leistbar", so Willing.
Es wäre wünschenswert, wenn die wenigen verbliebenen und gut ausgebildeten Mitglieder der Ortsfeuerwehr Volkerode in eine der benachbarten Ortsfeuerwehren übertreten würden, um sie nicht ganz zu verlieren.
Der Gemeindebrandmeister zu diesem Thema (mp3-Mittschnitt) im Interview:
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Text: Michael Pritzkow /Göttinger Tageblatt
Quellen: ffn, Hitradio Antenne